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Medizinische Schreibkraft sein – mehr als tippen?

Die Arbeit einer medizinischen Schreibkraft besteht nicht ausschließlich im Schreiben von Diktaten. Sie ist deutlich mehr als das. Ein Schreibdienst ist ein sehr wichtiger Bereich innerhalb einer Klinik und besteht meist in Form eines internen Schreibpools, mit externer Anbindung an medizinische Schreibbüros. Dabei geht es jedoch schon lange nicht mehr um das pure Schreiben von Briefen über den Aufenthalt eines Patienten in einer Klinik.

„Multitalente“

Einen großen Teil der Arbeitszeit von externen Schreibkräften, die in einer Schreibbüroabteilung z.B. einer Klinik arbeiten, beinhaltet die Zusammenarbeit mit ärztlichen Kollegen und der Patientenaufnahme, den Funktionsabteilungen und den Chefarztsekretariaten, die Übernahme von Anfragen seitens der Kostenträger und Krankenkassen, der Verwaltung von Patientenakten, der Zusammenarbeit mit Datenschutzbeauftragten sowie die Übernahme des kompletten Aktenarchives. Damit wird deutlich, dass eine Schreibkraft auch berufsgruppenübergreifend Kenntnisse über schnittstellenrelevante Abläufe in den jeweiligen Abteilungen haben muss.

„Sprachglätter und Stimmenversteher“

Durch eine relativ kurze Verweildauer von Patienten ist in kurzer Zeit ein Anstieg der Patientenzahl und somit eine kontinuierliche Zunahme an Diktaten die Folge. Aufgrund von oftmals vorhandener Sprachbarriere von ausländischen Kollegen und bei – vielleicht aus technischen Gründen – schlechter Diktatqualität, kann bei der Verschriftlichung nicht immer ohne Unterbrechung geschrieben werden, welches eine hohe Anforderung an das Verstehen von Gesprochenem voraussetzt. Füllwörter (z.B. „ähm“, „äh“) dürfen nicht in das Geschriebene übertragen werden, sprachliche Unebenheiten (“brauch er nicht” in “braucht/benötigt er nicht”) müssen korrigiert und bereits während des Diktates in die richtige Schriftsprache und grammatikalisch korrekt umgesetzt werden. Nicht unerheblich die unterschiedlichen Sprechweisen, Stimmen, Sprachfluss und Sprechgeschwindigkeit der Diktanten, auf die sich eine Schreibkraft immer wieder ein- und umstellen muss.

„Rechtschreibspezialisten und Programmkenner“

An eine Schreibkraft werden heute die Kenntnisse aller Nomenklaturen aus den Fachbereichen der Medizin sowie das 100%ige Beherrschen der neuen Rechtschreibung und die Normen zur DIN 5008 als Selbstverständlichkeit vorausgesetzt, nicht zu übersehen die extrem hohen Anforderungen an die fehlerfreie Schreibung bei einer Anschlagszahl von mindestens 400 Anschlägen pro Minute. Externe Schreibdienste müssen im Umgang mit diversen Kliniksystemen vertraut sein und sich schnell und umgehend in diese einarbeiten können.

Und am Ende des Tages soll der Schreibtisch möglichst leer sein…Schreibkraft sein ist eben mehr als nur tippen!

Bildquelle: I-vista / pixelio.de

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