SE-Transkript > Aktuelles > Allgemein > Großraum-Büro (Mehrplatz-Büro)- Einzelplatz oder Home-Office ?

Großraum-Büro (Mehrplatz-Büro)- Einzelplatz oder Home-Office ?

Im Laufe meiner Tätigkeit habe ich in einigen Schreibbüros von Kliniken (auch Arbeitsplätzen in Arztpraxen) gearbeitet.
Unabhängig von den Büroräumen der Schreibbüros die ich kenne, gilt aber folgendes:

Viele wünschen sich ein Büro mit maximal zwei Arbeitsplätzen oder ein Einzelbüro, damit sie auch mal die Tür zumachen können, wenn sie Ruhe benötigen oder sich konzentrieren müssen.

Grundsätzlich gilt:
Die Leistung steigt bei einfachen Aufgaben wenn andere anwesend sind und sinkt entsprechend bei schwierigen Aufgaben .

  • Schaut also jemand demonstrativ beim Arbeiten zu, braucht man bei einfachen und routinierten Aufgaben mindestens 30% weniger Zeit wie ohne Zuschauer.
  • Selbst wenn nur “zufällig” jemand im Raum ist und gar nicht aufmerksam hinschaut, ist man immer noch 20% schneller im Arbeiten wie wenn man alleine ist.
  • Bei “schwierigen”, nicht routinierten Aufgaben ist es umgekehrt. Hier benötigt man in der Regel mehr Zeit wenn jemand beim Arbeiten zuschaut, oder nur „zufällig“ im Raum ist.

Fazit:
Je nach Tätigkeit immer die richtige Umgebung schaffen!

  • Routineaufgaben erledigen sich leichter im Großraumbüro.
  • Komplexe Aufgaben erledigen sich besser im Einzelbüro oder Home-Office.

Wenn die Arbeit also nicht so richtig von der Hand geht, dann einfach prüfen, ob die Umgebung stimmt, es reicht oft schon, wenn die Bürotür einfach mal offen steht.

Und so sieht es in der Realität aus:

Großraumbüro – Mehrplatz-Büro:

Die Schreibbüro-Räume mit mehreren Arbeitsplätzen die ich kennengelernt habe, haben nichts mit denen zu tun die wir aus dem Fernsehen der US-Serien kennen. Gottseidank!

Es handelt sich jedoch meist um einen großen Raum mit einer Tür, einem gemeinsam genutzten Drucker und 4-6 Arbeitsplätzen, von denen sich jede Kollegin einen ausgesucht hat, den sie dann zu ihrem persönlichen Arbeitsplatz macht, nennen wir sie liebevoll Mehrplatz-Büros.

Aber was bietet so ein Arbeitsplatz mit mehreren Kolleginnen in einem Raum?

Ein Mehrplatzbüro eignet sich, wenn das Aufgabengebiet für alle Mitarbeiterinnen gleich/ähnlich ist, was im Schreibbüro in der Regel der Fall ist.

Ein großer Vorteil sind die kurzen Kommunikationswege. Man kann sofort miteinander sprechen, ohne eine Teamsitzung planen zu müssen. Wenn bei einem Diktat z.B. etwas nicht verstanden wurde, kann die Kollegin neben am Schreibtisch unmittelbar „nachhören“, ohne dass man aufstehen und lange Wege in das Büro der Kollegin gehen muss.
Zudem lernt man die Kolleginnen besser kennen und Ideen oder Vorschläge zu Veränderungen können unmittelbar aufgegriffen werden.

Diese Arbeitsplätze werden allerdings auch ganz oft unbewusst als persönlicher Bereich beansprucht und gegen die Kolleginnen entsprechend „verteidigt“, weil durch die räumlichen Bedingungen keine Abgrenzung stattfinden kann.

Gespräche die unter Kolleginnen im Großraumbüro stattfinden, stören oftmals Telefonate der anderen Kolleginnen, konzentriertes Zuhören oder abarbeiten ist dann nicht mehr möglich. Dies wiederum führt oft zu Unzufriedenheit und Frust, ja teilweise auch zu Stressreaktionen.

Man ist nicht nur mit seinen Aufgaben beschäftigt, sondern erfährt immer wer mit was gerade beschäftigt ist, kann aber auch die Kolleginnen zeitnah unterstützen.
Telefonanrufe gehen nicht ins Leere, da – wenn der Arbeitsplatz nicht besetzt ist – die Kollegin nebenan das Telefon übernimmt.

Allerdings ist ein konzentriertes Arbeiten aufgrund des Grundlärmpegels erschwert und oftmals sind bei gemeinsamer Nutzung von Büroausstattung (Drucker, Scanner etc.) lange Wege erforderlich.

Vorteil für Arbeitgeber: Ein Mehrplatzbüro bedeutet in jedem Fall für das Unternehmen einen geringen Kostenfaktor.

Einzelplatz-Büro

Einzelplatz-Büros bieten alles was man zum Arbeiten benötigt.
Ruhe zum konzentrierten Arbeiten, ein eigenes Telefon, einen eigenen Drucker und seinen eigenen persönlichen Bereich.

Wer konzentriert und störungsfrei arbeiten möchte, der kann dies im Einzelbüro perfekt umsetzen. Wenn jedoch Fragen auftauchen oder die Unterstützung einer Kollegin nötig wird,  muss diese  von ihrem Arbeitsplatz weggeholt werden, oder der eigene Arbeitsplatz verlassen werden.

Für Teamarbeit ist ein Einzelbüro nicht geeignet, die Kommunikation mit den Kolleginnen erfolgt meist telefonisch statt persönlich.

Wer lieber „mittendrin“ sitzt, bekommt im Einzelbüro u.U. das Gefühl ausgeschlossen zu sein. Für jeden Gang durch das Haus, muss das Telefon auf eine Kollegin, die zu diesem Zeitpunkt an ihrem Platz sitzt, umgestellt werden, meist ist dies sogar mit einer „Übergabe“ an die Kollegin verbunden. Ist dies nicht möglich, muss ein Mobilteil mitgeführt werden, damit man die Anrufe entsprechend entgegennehmen kann, was widerum dazu führt, dass man im Haus zwar das Gespräch entgegennehmen kann aber eben nicht nicht auf ggf. erforderliche Informationen zugreifen kann.

Tipp:

Wer nicht gerne alleine sitzt – dies aber von Arbeitgeberseite aus nicht anders möglich gemacht werden kann- der sollte öfter am Tag die Bürotür offen stehen lassen. Dies wirkt einladend auf die Kollegen/Kolleginnen und vermittelt eine Einladung zum Eintreten, Unterstützung anbieten oder eben auch einfach mal „Hallo“ sagen und Plausch halten.

Home-Office:

Das Arbeiten von zu Hause aus ist heutzutage keine besondere Situation mehr, da die Technik soweit fortgeschritten ist, dass mit entsprechendem Internetanschluss, Hard- und Software sehr gut von zu Hause aus gearbeitet werden kann.
Immer mehr Kliniken arbeiten mit externen Schreibbüros zusammen. Jedoch erfordert dies eben auch die entsprechende Selbstdisziplin, ohne die es im Home-Office eben nicht geht und ist nur dann möglich, wenn man nicht dazu tendiert Aufgaben aufzuschieben, sich gut selbst motivieren kann und mit guter Selbstorganisation und entsprechendem Zeitmanagement die Aufgaben abarbeiten kann.

Die Gestaltung des Arbeitsplatzes zu Hause erfordert bestimmte Voraussetzungen und sollte gut geplant und effektiv sein. Das Arbeiten im Home-Office verlangt hohe Eigenverantwortung bei der Aufgabenerledigung und Problemlösung. Bei Schwierigkeiten gibt es niemanden, den man mal schnell fragen kann.

Die Akzeptanz und Einhaltung von Regeln für die Arbeit zu Hause innerhalb der Familie ist eine Voraussetzung, die man schaffen muss.

Der Trend vom externen Büro zum Home-Office wird sich aber sicherlich weiter fortsetzen.

Den größten Vorteil sehe ich darin, dass man zu den Zeiten in denen man leistungsfähig ist, enorm viel abarbeiten kann. Niemand schreibt feste Arbeitszeiten vor und wer abends noch Lust hat etwas zu tun, der kann das eben einfach tun – selbstverständlich immer unter Einhaltung der familiären Absprachen und vorher festgelegten Regeln!!

Bildquelle: Maclatz / pixelio.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.